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compagnon der Inspiration - Teil 19: Stephan Thom

Stephan's Weg in die Fotografie war ungewöhnlich. Die erste Erfahrung mit einer hochwertigen Kamera ging in die Hose aber Aufgeben ist nicht sein Stil. Er kommt aus unserer Region und ist abseits der Fotografie ein Beamter, wie man ihn sich vermutlich nie vorstellen würde. In seiner Kreativität zeigt er wer er wirklich ist. Und um genau diese Person und die dazugehörigen Werke geht es heute im Interview mit: Stephan Thom

compagnon: Schön, dass Du bei uns bist, Stephan. In der kreativen Szene werden Fotografen in deinem jungen Alter oft in Verbindung mit ihrer Social Media Präsenz vorgestellt, als wäre die Followerzahl entscheidend für den Status in der Szene. Nun ist dein Instagram-Account (noch) nicht wahnsinnig gewachsen. Ist das eine wichtige Maßeinheit für dich persönlich? Hast du Ziele in dieser Richtung? Und glaubst Du, dass Instagram als Medium für die Fotografie eher Fluch oder Segen ist?

Stephan Thom: Zu Anfang habe ich mir darum schon Gedanken gemacht. Warum wächst meine Reichweite so langsam? Aber letztlich verschwinden Dinge oft so schnell wie sie kommen. Es gibt Pleiten und manches ist über Nacht nicht mehr angesagt. Deswegen halte ich es für idiotisch, eine ganze Existenz auf Reichweite und Like-Zahlen aufzubauen. Letztlich bucht der Kunde dich ja um einen Mehrwert zu haben. Manche möchten sich eben Reichweite kaufen. Ich möchte dem Kunden meine Resultate und meine Kunst anbieten, nicht meine Reichweite. Wenn mein Kanal wächst, freue ich mich. Aber in meinen Augen machen einige kleinere Accounts bessere Arbeit als die ganz Großen. Ich möchte nicht täglich hunderte Posts kommentieren, die mir in Wirklichkeit garnicht gefallen nur um selbst ein Follow oder Like zu generieren. Somit wird Instagram extrem unehrlich. Ich möchte lieber ehrliche Kommentare und schreibe selbst auch Anderen mal, wenn ich einen Tipp für einen Post für sie hätte. Einmal wurde ich dafür blockiert, sonst wird da immer ein netter Smalltalk draus.

compagnon: Reichlich direkt für unseren netten Smalltalk. Aber bei Fotos oder Kunst geht es ja auch darum, dass andere Menschen sie anschauen. Dafür sind die sozialen Medien dieser Tage nunmal so essentiell wie noch nie. Ist dein Bildlook auch davon beeinflusst? Wie beschreibst Du selbst den Stil deiner Fotos?

Stephan Thom: "Hhhhm, ich würde meinen Stil mit den Schlagworten 'moody & dark' umschreiben aber mir ist es wichtig eine gewisse Freundlichkeit im Look zu erhalten und die Bedrohlichkeit dafür zu minimieren. Natürlich reduziere ich im Edit meiner Fotos die Lichter, ich schraube sogar die Belichtung nach unten und erhöhe den Kontrast. Natürlich bin ich auch eher dann unterwegs, wenn dem Normalverbraucher das Wetter zu schlecht ist. Regen, Nebel und Co. sind genau mein Ding. Meinen Stil kann ich durch's Edit auch erreichen, wenn es mal sonnig ist aber besonders dankbar ist 'schlechtes' Wetter für mich.
Mein Fokus ist deutlich zum Landscape hin gewandert aber ich möchte in aller Regel noch eine Person im Bild haben, eine leere Landschaft ist nicht so mein Fall im Moment. Auch wenn sich der Geschmack natürlich mal ändert. Und in meinen 1,5 Jahren habe ich meinen Stil sicher noch nicht voll ausgeprägt. Das kommt bestimmt mit der Zeit."

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compagnon: Du bist also auf dem Weg, immer besser zu werden. Und uns scheint es, als seist Du selbst immer dein schärfster Kritiker. Was macht denn einen erstklassigen Fotografen aus deiner Sicht aus?

Stephan Thom: Das liegt immer im Auge des Betrachters. Was ist schon ein großartiger Fotograf? Wenn jeder Dir sagt, deine Bilder sehen furchtbar aus, Du selbst liebst sie aber und bist mit dem Werk zufrieden, dann hast Du nichts falsch gemacht. Ein paar Dinge, die aber in jedem Fall wichtig sind, gibt es trotzdem: Teamfähigkeit, zum Beispiel. Wenn Du mit mehreren Leuten drehst oder shootest, musst Du deinen Standpunkt vertreten & durchsetzen können wenn nötig. Dazu braucht es aber auch Kritikfähigkeit. Zu wissen, wann Du Kritik annehmen und sie zu einer Verbesserung umsetzen solltest, ohne dich von der Kritik gekränkt zu fühlen. Zudem sollte man immer möglichst flexibel sein. Soll heißen, bereit zu sein um zu unsäglichen Zeiten aufzustehen, mit wenig Schlaf zu überleben oder mit kurzfristigen Shooting-Anfragen klarzukommen.

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compagnon: Das wirkt wie eine sehr aufgeklärte Sichtweise, gerade für jemanden, der erst vor knapp zwei Jahren zur Fotografie gefunden hat. Welche Kamera hat denn deinen Einstieg begleitet? Wie kam es dazu?

Stephan Thom: Kurzer Zeitraum, lange Geschichte. Es stand eine Reise nach Marokko mit meiner Freundin an, damals war das noch möglich. Bis dato habe ich mit dem iPhone geknipst und die Bilder mit Filtern etwas aufgemotzt. Für den Urlaub wollte ich mal etwas mehr und habe mir eine Sony Alpha 6000 dafür gemietet und mit dieser Kamera bin ich nie warm geworden. Der Automatik-Modus funktionierte nicht, ständig pfuschte mir der Blitz ins Bild und die Resultate sahen einfach grottig aus. In Marrakesh habe ich mit dieser Kamera sage und schreibe EIN Bild geschossen. Zwei Monate später wollte ich auf einem Paris-Trip schöne Bilder machen. Und was hab ich gemacht? Mir die Alpha 6000 gekauft. *lacht* Die Reviews zur Kamera waren so gut, ich war überzeugt es liegt an mir. Und auch die Fotos aus Paris waren dann nicht wirklich gut. Tja.

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compagnon: Du hast Probleme mit einer geliehenen Kamera gehabt und schlechte Ergebnisse erzielt. Und als Konsequenz kaufst Du dir eben diese Kamera? Eine gewagte Herangehensweise...*lacht*

Stephan Thom: Ja schon. Egal wie ich die Bilder bearbeitet habe, heute finde ich die Shots aus Paris eigentlich fast hässlich. Aber es war eben eine A6000 mit Kit-Objektiv. Da gibt's kein Bokeh. Dann habe ich mir das 50mm f1.8 gekauft, welches nicht mal 100 Euro kostet. Damit hab ich wirklich coole Fashion-Shots gemacht.
Als ich bei einem Kollegen dann mal eine Vollformat A7 II in der Hand hatte, war ich hin und weg. Die Wertigkeit, das Gewicht, der Look. Wenige Monate später hab ich mir eine mit 35mm Sigma Art geschnappt. Direkt mit der neuen Kamera ging's dann aufs Southside Festival bei übelstem Wetter, inklusive Übernachten im Auto. Es ging drunter und drüber aber ich habe es geliebt. Seit dem geht jede freie Minute und jeder Cent in die Fotografie.

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compagnon: So eine Story hört man tatsächlich nicht oft. Glaubst Du bei nicht idealer Ausrüstung häufiger, dass es an dir liegt? *lacht* Welches war denn dein größter Ausrüstungs-Fehlkauf?

Stephan Thom: Naja, ich war damals auch mal als Model bei einem Shooting und der Fotograf hatte eine A6000 und die Bilder sahen gut aus. Also lag es wirklich an mir und ich musste mir die Grundlagen richtig aneignen. Denn wenn man die Ausrüstung beherrscht, kann man auch aus weniger guten Kameras viel rausholen. Bei Ausrüstung schränke ich mich selbst etwas ein und bin bei Festbrennweiten zuhause. Ich laufe fürs Framing und lebe in der Lage & Location anstelle nur zu zoomen. Ich habe mir ein G-Master Zoom 24-70 angeschafft, nutze es aber quasi nie. Allenfalls als Travel-Zoom wenn's nicht anders geht. Aber selbst wenn ich es benutze, fixiere ich die eingestellte Brennweite und arbeite mit diesem festen Wert. Also für mich ist so ein Zoom eigentlich total unsinnig.

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compagnon: Dann zoomen wir jetzt lieber mal auf deine kreativen Idole und Wunsch-Partner. Wenn Du dir einen Fotografen oder auch ein Model aussuchen könntest, mit denen Du einen Tag shooten könntest, egal ob diese Wunsch-Personen noch leben oder nicht, wer kommt dir in den Sinn?

Stephan Thom: Coole Frage aber da gäbe es schon mehrere Namen. Von Benjamin Jaworskyj habe ich einige Basics gelernt und würde wohl auch jetzt bei einer gemeinsamen Tour noch einiges lernen. Wie auch von Peter McKinnon, Alan Palander oder Matti Haapoja. Oder Hannes Becker von den German Roamers, der einfach auch coole Orte und Abenteuer für sich findet. Diese Leute erscheinen zumindest in ihren Social Media Präsenzen sehr sympathisch. Es könnte interessant sein, sich ein persönliches Bild beim gemeinsamen Arbeiten machen zu können. Aber ansich wäre das für mich kein Ziel oder Traum für mich, wenn es sich ergibt, wäre ich aber dabei.

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compagnon: Und wenn Du eine Wunderlampe findest und drei Wünsche frei hast, die mit deiner kreativen Arbeit zutun haben müssen, was wünschst Du dir dann?

Stephan Thom: Das ist nicht besonders schwer: Erstens hätte ich gern mehr Geld um einfach mehr reisen zu können und die Zeit zum Reisen zu haben. Häufiger an anderen Orten leben und mit der Fotografie die Welt bereisen. Dann wäre ich gern etwas weniger selbstkritisch und etwas entspannter. Ich nehme mir manchmal irrsinnig lange Zeit um über ein einzelnes Bild nachzudenken und es wieder und wieder zu editieren. Weniger innere Kritik zu verspüren wäre sicher entspannend. Mein dritter Wunsch wäre eine komplette und vollständig wasserdichte Ausrüstung ohne ein Case oder einen compagnon zum Schutz zu brauchen sondern eben auch mitten im Starkregen shooten zu können, ohne dass ich mich um Kamera, Linse und Zubehör sorgen muss. Aber das gibt es in der Zukunft sicher einmal zu kaufen.

compagnon: Vielleicht werden davon ja sogar wirklich noch manche Wünsche in Erfüllung gehen. Wir danken Dir, dass Du dir die Zeit für das Interview genommen hast und wünschen Dir besonders dieser Tage eine solide Gesundheit und weiterhin bei deiner Arbeit viel Erfolg. Egal wo es Dich in Zukunft hin verschlägt, mit dem Element backpack wirst Du gut vorbereitet sein. Mehr von Stephan seht ihr auf Instagram.

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