compagnon hand-made camera bags for creatives

Ein Weg zum compagnon:
Niels erzählt seine Geschichte

Landschaft (118)

Vor einigen Tagen war compagnon Co-Gründer Valentin auf der Hausmesse bei Calumet Düsseldorf zu Gast.
Einige von euch kamen vorbei, sagten ‚Hallo‘ oder lernten compagnon zum ersten Mal kennen. Manche davon sogar schlagartig lieben.

Als sich ein junger Bursche mit geweitetem Blick an unserem Stand einfand und mit Valentin das Gespräch suchte, bekamen wir eine Geschichte zu Ohren, wie wir sie bisher noch nicht gehört haben.

Dieser Besucher stellte sich als Niels Sperling vor. Er interessierte sich für das beewax Pflegemittel. Seinen little messenger trug er mit tiefem Stolz bei sich.
Aus dieser Frage wurde schnell eine Unterhaltung, denn Niels ist mitteilungsfreudig und kommunikativ. Und zwar im guten Sinne.

Durch seine Art über seinen little messenger zu berichten, war es leicht zu vergessen, wie jung Niels erschien. Valentin war nicht um die Nachfrage verlegen.
Die Antwort wies seinen Besucher als den wohl jüngsten compagnon von allen aus.

Es drängte sich geradezu die Frage auf, wie dieser sechzehnjährige Kerl seinen Weg zu compagnon gefunden hatte.
Die Antwort empfand das gesamte compagnon Team als herzerwärmend und begeisternd zugleich. Deshalb baten wir Niels, diese Story einmal für euch alle aufzuschreiben:

 

Niels Sperling – Der Weg zu (m)einem compagnon

 

„Alles fing im Oktober 2014 an, als ich mir während der Herbstferien meine erste DSLR kaufte. Ich war also in einem Elektroladen und schaute mir die Auswahl an.
So fand ich die Sony Alpha 58. Genau die habe ich gekauft. Mit Kit-Objektiv, SD-Karte und einer typischen Kameratasche.

Damals war ich gerade 14. Ich habe dafür meine Lego-Sammlung verkauft und Monate vorher angefangen, Prospekte zu verteilen.

Nach dem Urlaub schaute ich mich im Netz nach einer qualitativen Tasche um, Original-Ausrüstung passend zur Kamera. Genau eine solche fand ich. Und kauft sie.
Weniger als ein Monat war vergangen und ich hatte bereits die zweite Tasche. Meine Eltern und Geschwister schauten mich nur verdutzt an und fragten, warum ich
denn noch eine brauche. Ich sagte nur, dass die Andere zu klein wäre, falls ich irgendwann mehr Objektive haben sollte. Aber wem wollte ich schon erklären, dass
Fotografen einen gewissen Taschenfetisch haben?

Zufällig erfuhr ich nach den Ferien von meinem Musiklehrer, dass er eine Sony A7 besitzt und so er zeigte mir Bilder seiner tollen Kameratasche,
seinem little messenger. Damals konnte ich noch nicht viel damit anfangen, warum die denn so toll sein soll.

Zu Weihnachten 2014 bekam ich endlich mein zweites Objektiv. Es war ein Tamron 70-300mm. Es ist zwar keine atemberaubende Linse aber sie tut ihren Zweck und fand Platz in meiner
Kameratasche. Nach den Weihnachtsfeiertagen brachte mein Lehrer seinen compagnon mit. Dort sah ich diese Tasche zum ersten Mal live.
Ich wusste zu diesem Zeitpunkt nicht, was so ein Prachtstück kostet und ob sich so etwas für einen Schüler, der „nur“ hobbymäßig fotografiert
überhaupt lohnen kann. Ich schaute mich dennoch auf der Website von compagnon um und staunte nicht schlecht  über den Preis.
Mir war das zu teuer und ich wollte die Tasche vergessen.

Schon standen die Osterferien vor der Tür und ich freute mich auf zwei schöne Wochen in St. Peter-Ording.
Schließlich verteilte ich jeden Samstag bergeweise Prospekte und wusste die freie Zeit daher sehr zu schätzen.

Von meinem Ersparten wollte ich weiteres Objektiv kaufen, es sollte ein Reise-Zoom werden, damit ich am Strand nicht das Objektiv wechseln müsste. Ein 18-200mm sollte es werden.
Nun war aber meine Sony Tasche voll. Dabei wollte ich doch so gern eine Tasche für Stadttouren, bei denen meine Kamera und das 18-200mm perfekt reinpassen würde.
Somit bestellte ich einen Sling-Rucksack dazu. Dennoch wollte ich für den Osterurlaub auch meinen Trageriemen ersetzen.

 

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Um die Kamera immer griffbereit zu haben, wünschte ich mir eine Handschlaufe, denn ganz ohne Sicherung war mir das Ganze zu gefährlich. Ich fand mich im ortsansässigen Fotoladen ein und schaute mich um. Die nette Verkäuferin bot mir zuerst eine sehr günstige Schlaufe an. Schon beim ersten Anfassen war ich enttäuscht. Ich fragte nach einer hochwertigeren Ausführung. Diese landete im Handumdrehen an meiner Kamera. Ich zahlte und ging.

Nun hatte ich eine ganze Menge Geld ausgegeben. Das Ersparte war weg und wieder ruften die Prospekte.
In den kommenden Wochen ersparte ich einen Notgroschen, für den Fall das etwas kaputt gehen sollte oder eine Anschaffung nötig werden würde.

Mir blieben oft nur die Wochenenden zum Fotografieren, wobei viele von diesen auch oft für Hausaufgaben und Lateinvokabeln drauf gingen.
Wie es der Zufall wollte, sah ich im September den little messenger meines Musiklehrers wieder. Viel Zeit war zwischen dem ersten Kontakt mit der Tasche vergangen.
Doch diesmal wusste ich, mein Erspartes würde für diese Tasche herhalten müssen. Und es musste schnell gehen. Ende September stand die Abschlussfahrt nach Berlin an.

Genügend Geld hatte ich eigentlich nicht gespart. Deshalb nahm ich kurzerhand
die Hälfte des Budgets für die Klassenfahrt um diese Tasche zu kaufen.

Am Freitag vor der Abfahrt machte ich mich auf nach Düsseldorf. Ich setzte mich direkt nach Schulschluss in den Zug und fuhr los.
Bei Foto Koch angekommen waren alle Mitarbeiter im Gespräch. Ich wartete geduldig. Als mein Augenblick gekommen war verkündete ich dem Verkäufer meinen Wunsch nach einem little messenger der Firma compagnon in hellbrauner Ausführung. Als der Mann aus dem Lager zurückkehrte, belud ich die Tasche mit meiner Kamera und Objektiven. Alles passte perfekt und es wäre sogar noch genug Platz für eine weitere große Linse.

 

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Ich war zufrieden. Doch der Verkäufer fragte mich wie alt ich denn sei. Nach meiner Antwort ’15!‘
schaute er flüchtig zu einem Kollegen und sagte mir, dass ich sie nicht kaufen dürfte.

Damit hatte ich nicht gerechnet. Sicher stand mir die Verzweiflung im Gesicht. Ich bekräftigte, dass ich sicher nicht den ganzen Tag unterwegs war um dann nachhause
geschickt zu werden.

Ein Canon-Verkäufer mischte sich ein und sagte, dass es besser sei mir diese Tasche zu
verkaufen als mich mein Geld in die Beschaffung von Drogen stecken zu lassen.

Davon lies sich der Mitarbeiter überzeugen und wies mich zur Kasse. Auch die Kassiererin schaute mich etwas fragend an und dachte sich augenscheinlich, wie sich
ein kleiner Junge eine solche Tasche leisten kann. Mit meinem little messenger in den Händen machte ich mich auf den Heimweg. Am Montag kam ich in Berlin an.
Mein compagnon wich mir nicht von der Seite. Keiner in dieser Großstadt ahnte, dass ich Equipment bei mir hatte, welche für mich ein Vermögen kostete.
Die Größe der Tasche war für mich die richtige Entscheidung, denn ich packte die Tasche bewusster und nahm immer nur das mit, was ich wirklich brauchte.

Mitschüler die mich auf die Tasche ansprachen oder denen ich davon erzählte,
waren von dem Preis verblüfft, fanden ihn aber dennoch gerechtfertigt.

Ich bleibe dabei, dass deutsche Unternehmen unterstützt werden sollten und fabelhafte Qualität eben auch etwas kostet. Menschen kaufen aus gutem Grund einen Porsche
oder einen Mont Blanc Füller. Auch wenn das Geld dafür bestimmt selten mit Prospekte Austragen verdient wird.

Ende Oktober stellte compagnon den strap Kameragurt vor. Ich folgte seit dem Sommer allen News dieser kleinen Firma und war direkt von dem neuen Gurt angetan.
Ich sprach meinen Musiklehrer auf die Neuigkeit an. Und natürlich hatte er ihn schon direkt bestellt.

Ich musste mich dagegen noch gedulden. Mein Geburtstag ließ noch etwas auf sich warten,
erst eine Woche vor Weihnachten hielt ich den Gurt in den Händen. Im perfekten Hellbraun meines little messenger.

Bei der Montage an meine Sony fiel mir auf, dass die Lederösen fehlten. Auf eine Nachfrage via Facebook kümmerte sich compagnon direkt darum.
Am nächsten Tag waren die Ösen zu mir unterwegs. Ein toller Service. Ich fühlte mich wie ein wichtiger Kunde. Es wurde wirklich auf mich eingegangen.
An Weihnachten gesellte sich ein Makro zu meiner Ausrüstung. Auch das passt perfekt in die Tasche, noch immer ist etwas Luft.

 

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Tasche und Gurt waren Käufe, die ich nicht bereue. Die Verarbeitung, das Leder und die ganze Haptik sind auf höchstem Niveau. Nach meinem Besuch auf der Hausmesse konnte ich meine Tasche zum ersten Mal mit dem beewax einreiben. Sie ist ein halbes Jahr alt und entwickelt bereits eine schöne Patina. Sie ist ein Unikat. Und mein Begleiter. Dient mir oft als Motiv.
Sie ist einfach sehr fotogen. Ich liebe den Geruch und das Gefühl, wenn ich sie in der Hand habe“.

Ich hoffe sie hält noch sehr lange.

Die Leidenschaft von Niels macht uns als Hersteller unheimlich stolz und wir danken ihm für seine bewegende Geschichte auf dem Weg zu seinem ersten compagnon.
Wenn ihr gern auf dem Laufenden bleiben wollt, wo Niels unterwegs ist, was er erlebt und vor der Kamera hat, schaut euch bei Instagram (@sperling_fotos) oder auf seiner Website um!