compagnon hand-made camera bags for creatives

VW-Bully, Surfbretter und die unterbewusste Gründung von compagnon…

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Es folgt eine Geschichte fürs Tagebuch, eine Niederschrift für unsere Kinder, wenn sie irgendwann mal lesen können…

Einige von Euch wissen sicherlich, dass wir, Vitalis & Valentin, nicht nur Geschäftspartner sind. Nein, viel länger sind wir beide Cousins und fast genauso lange Freunde – compagnon eben.

Vielleicht ist heute der richtige Tag um ein bisschen aus dem Nähkästchen zu plaudern. Uns trennen auf den Tag genau exakt zwei Jahre. Wir sind in dem gleichen Dorf, irgendwo in der kirgisischen Steppe, in Sokuluk, sogar im gleichen Krankenhaus auf die Welt gekommen. Unsere Mütter haben den gleichen Vornamen, unterschiedlich geschrieben, aber gleich ausgesprochen. Nein, sie sind keine Schwestern… 😉 Früher als wir noch Haare auf dem Kopp hatten, hatten wir sogar die gleiche Haarfarbe. Das alles ist ganz witzig, ist aber noch lange kein Garant für eine lange und anhaltende Freundschaft.

Heute wollen wir Euch auf einen kurzen Trip mitnehmen. Der Trip hat 2006 stattgefunden, also vor acht Jahren. Damals wussten wir noch gar nicht, dass es jemals so etwas geben wird wie „compagnon“. Wir müssen es aber irgendwie gespürt haben.

Es war Anfang 2006, im Winter, da haben vier Jungs entschieden, gemeinsam einen VW T3 zu kaufen. Mit diesem Bus wollten wir irgendwo an die Küste zum Wellenreiten fahren. Nun war aber keiner von uns ein Schrauber, den man bei einer etwas längeren Tour gut brauchen kann, dazu konnte auch keiner Wellenreiten…

Es ist aber damals nicht beim Vorhaben, bei einem wort- und bilderreichen Traum geblieben, nein, wir haben wochenlang die damals noch populäre Sperrmüll – Zeitung durchforstet und bei mobile.de gesucht. Letztendlich haben wir bei „elektronischen Bucht“ für knapp 1200 € einen beige-braunen Volkswagen T3 Baujahr 1985 mit weniger als 100.000 km auf dem Tacho gefunden. Ok, da muss man dazusagen, dass der Kilometerzähler nur 5 Ziffern zugelassen hat – bis heute wissen wir leider nicht, wieviele Kilometer der Gute wirklich gelaufen ist… Der Bus war damals schon älter als die meisten von uns…

Ersteigert, ist ersteigert, also sind wir nach Freiburg gefahren und haben ihn nach einer kurzen, erfolgreichen Probefahrt mitgenommen…

Wir haben auch recht schnell einen Namen für das gute Stück Technik gefunden. „Camille“ soll Sie heißen. Eine Erklärung können wir natürlich auch liefern. Camille kommt von Kamel. Ein Kamel muss schnell viel saufen und mit der „Tankfüllung“ möglichst weite Strecken zurücklegen können – ohne groß zu meckern.

Zwischenzeitlich haben wir uns auch auf ein Ziel geeinigt. Wir wollten mit unserer Camille an die Atlantikküste von Portugal fahren. Nach Peniche, dort sollen die Wellen hoch sein und die Strände, zum illegalen campen, weitläufig sein…

Camille war unsere compagnon. Wir Jungs waren compagnon. Die Reise war eine Ode an compagnon. Das Wort compagnon ist damals nicht ein einziges Mal gefallen, wurde aber den ganzen Tag gelebt. Wir sind ca. 3000 km in eine Richtung ans Meer gefahren, wir haben am Strand in Schlafsäcken übernachtet. Wir haben in den Dünen gegrillt, waren tagsüber Wellenreiten, oder sowas ähnliches, wir haben das Bairro Alto in Lissabon abgelaufen und haben viel gute Musik in der Camille gehört…

Und so sah das ganze damals in Bildern aus (ja, es sind viele, aber jedes ist wichtig)

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Und schon sind acht Jahre rum. Vitalis ist übrigens der Typ der von der Camille springt und Valentin der Typ mit dem roten Pullover, den er auch jüngst in Ghana dabei hatte… (zum Beweisfoto) Ein paar Fotos sind so bisschen Boygroup – mäßig, aber so Sachen macht man halt in der Jugend… 😉

Damals hätten wir uns nicht im Traum ausgemalt, dass wir mal vom „compagnon“ Spirit leben wollen, zu verwegen war die Vorstellung. Wir haben die Fotos mit irgendwelchen Canon IXUS und Konica Minolta – Superzoom Kameras gemacht, wen hat das damals schon interessiert? Blende, Verschlusszeits, ISO, warum wenn es Automatik gibt? Speicherkarten so groß, dass heute keine 50 RAWs draufpassen – na und! 🙂 damals haben sie für einen Roadtrip gereicht.

Heute noch reden wir hin und wieder über den Trip, aber nicht zu intensiv und nicht wenn unsere Mädels dabei sind, sonst fühlen wir uns wie alte Männer, die über die „good ol‘ times“ sprechen…

Die Camille hat noch einige Jahre einen guten Dienst für uns getan. Jeder hat sie gehabt, wenn er sie gebraucht hat. Carsharing in seiner frühesten Form mit einem Schlüssel, den man eigentlich nur für die Zündung gebraucht hatte, weil man durch das Seitenfenster jederzeit die Türen öffnen konnte…

Ihr wollt wissen wie es mit unserer Freundin Camille weiterging? Achtung – Spoiler – das Ende wird tragisch!