compagnon hand-made camera bags for creatives

Schottland – warum ausgerechnet im Winter?

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Schottland. Ein Land, das für uns unglaublich viele Bilder hervorruft. Gut, zugegeben – Braveheart mit William Wallace Mel Gibson ist vermutlich nicht ganz unschuldig an unserem Kopfkino.

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Highlands bei Braemar

Vor ein paar Monaten haben wir ja eine To-Do Liste runtergeschrieben und veröffentlicht mit Dingen, die wir dieses Jahr noch machen wollen. So gut wie alles ist abgehakt. Wobei, uns geht es natürlich nicht nur um stupides Abhaken von irgendwelchen Aufgaben. Wir wollen mit jeder Tasche, die wir produzieren, mit jedem neuen Modell auch was besonderes bei Euch da draußen bewirken.

Als wir angekündigt haben eine „lederfreie“ Tasche machen zu wollen, haben wir sehr motivierendes Feedback von Euch bekommen. Natürlich wollen wir aber auch nicht irgendein x-beliebiges Material als Alternative verwenden. Kunstleder kommt aus mehreren Gründen für uns nicht in Frage.

Schon vor einiger Zeit sind wir auf Waxed Canvas gestoßen. Ein Material mit viel Tradition, welches auch immer sehr gerne in Situationen verwendet wird, wo Kompromisse absolut nicht zulässig sind, als Segeltuch beispielsweise.

Vitalis ist im Sommer auf einer Textilmesse in London gewesen um dort direkt mit möglichen Lieferanten von uns zu sprechen. Zurück ist er mit einer ganzen Menge an Mustern gekommen… Lange Rede, kurzer Sinn. Wir haben verschiedene Stärken, Oberflächen und Farben getestet, dass heißt wir haben unsere Kamerataschen in diesem Material produzieren lassen.

Was sich hier so leicht anhört, ist in der Praxis nicht ganz so unkompliziert. Waxed Canvas muss mit wesentlich mehr Aufwand verarbeitet werden, die Nähmaschinen, die mit unserem Leder gut klarkommen, kommen bei Waxed Canvas an ihre Grenzen…

Jedenfalls haben wir uns irgendwann für eine bestimmte Stärke und zwei Farben entschieden und das Material bei einer Firma in Dundee, Schottland bestellt. Die Lieferzeit war mit ca. acht Wochen auch nicht besonders kurz und uns ist dann bewusst geworden, dass wir erst Anfang Dezember das Waxed Canvas bekommen werden.

Damit war dann auch leider klar, dass wir die waxed canvas Taschen dieses Jahr defintiv nicht mehr rausbringen werden. Wir rechnen aber mit ca. Februar 2015.

Cambridge, unsere erste Schlafstätte - neben einem Rugbyfeld

Cambridge, unsere erste Schlafstätte – neben einem Rugbyfeld

Unser Roadtrip

Von Anfang an wollten wir das Schottland – Thema ganz stark mit den neuen Kamerataschen verknüpfen. Deswegen war für uns schnell klar, dass wir das Waxed Canvas persönlich in Schottland in der Fabrik abholen werden.

Schottland im Sommer kennt man ja, aber im Winter fahren nicht besonders viele „Kontinentaleuropäer“ nach Schottland um in den Highlands rumzuwandern. Aber das ist ja genau der Punkt, wenn es sonst keiner macht, dann machen wir das eben…

Freundlicherweise hat der Schwiegervater von Vitalis uns seinen Volkswagen T4 – Transporter überlassen, was ja bei der vor uns liegenden Strecke von ca. 3500 Kilometern auch keine Selbstverständlichkeit ist – deswegen auch hier nochmal ein dickes Dankeschön.

Das tolle an dem Transporter ist, dass er so unglaublich vielseitig ist. Zum einen sieht er nicht wirklich danach aus, dass wir ca. 20k € Equipment fürs Filmen und Fotografieren dabei haben. Zum anderen lässt es sich wunderbar auf der Ladefläche im Schlafsack übernachten. Eigentlich hat er ja eine Standheizung, wenn diese aber irgendwie nicht funktioniert, dann kannst Du Dir ja denken, wie sich Schottland im Dezember im unisolierten Transporter nachts anfühlt… 🙂 dafür haben es uns aber essenstechnisch gutgehen lassen…

Insgesamt waren wir fünf Tage unterwegs. Wir sind in Pforzheim gestartet, sind dann mit der Fähre über Calais nach Dover übergesetzt. Haben unsere erste Nacht dann auch in Cambridge, direkt neben einem altehrwürdigen und geschichtsträchtigen Rugbyfeld am Straßenrand übernachtet. Am zweiten Tag haben wir dann unerlaubterweise das Tor vom Kings College durchschritten und es ist nichts passiert, direkt danach ging es weiter straight Richtung Norden mit einem Abstecher an die Küste, weiter an Edinburgh vorbei bis nach Dundee. Dort haben wir erneut am Rande irgendeines Cottages übernachtet.

Den ganzen Vormittag vom dritten Tag waren wir dann bei unserem Lieferanten, haben die Fertigung besichtigt, Filmaufnahmen gemacht und natürlich auch unser speziell für uns produziertes Waxed Canvas eingepackt.
compagnon-kameratasche-leder-schottlandroadtrip-8 compagnon-kameratasche-leder-schottlandroadtrip-20 compagnon-kameratasche-leder-schottlandroadtrip-21 compagnon-kameratasche-leder-schottlandroadtrip-18Von Dundee aus ging es dann in der rasch einbrechenden Dunkelheit in die Highlands, da sind wir dann schwach geworden und haben kurzfristig doch ein Zimmer in einem netten Hotel genommen… Das war aber auch die einzige zivilisierte Übernachtung auf unseren Roadtrip, die Nacht darauf haben wir wieder auf einem Autobahnrasthof bei Birmingham, neben vorbeidonnernden Lastern und Freunden des gepflegten Autotunings übernachtet. Irgendwo habe ich mal gelesen, dass die Briten etwas entspannter sind, was Tuning und Auspuffrohre ohne Schalldämpfer betrifft… 😉

Um auf die Highlands wieder zurückzukommen… Wir haben uns eine Wanderung ausgesucht, die auf der Karte mit grau ausgezeichnet war. Angeblich die längste und anstrengendste – warum? Wenn wir spazieren wollten, dann müssen wir nur aus unserer Haustür rausgehen, da ist nämlich der Schwarzwald… 🙂

Jedenfalls haben wir dann schon gespürt, warum das die schwierigste Strecke war, ganz einfach weil sie nicht ausgezeichnet war. Irgendwann sind wir dann den Berghirschen und Schneehasen gefolgt um die Bergspitze mit der maximal besten Aussicht zu finden… Wenn man entsprechend Gewicht mit sich rumschleppt, dann kann man sogar bei gefühlt -10 ° C und Windgeschwindigkeiten von gut 20 Knoten  schön ins Schwitzen kommen. (komme gerade aus dem Kitesurf-Urlaub zurück, da lernt man den Wind zu messen) nur um nach wenigen Augenblicken wieder zu frieren, weil es doch einfach extrem „frisch“ da oben war…

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Küste vor Calais

Hoppla, mittlerweile bin ich bei fast 900 Worten, das müsste erstmal genug sein – es wird ja auch in Kürze einen Film geben, da werdet Ihr mehr sehen… 🙂
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