compagnon hand-made camera bags for creatives

compagnon der Inspiration – Teil 16:
Marco Schwarz

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Marco Schwarz liebt seinen Job. Marco ist
Hochzeitsfotograf. Diese Aufgabe verfolgt er leidenschaftlich und stellt dabei
einen hohen künstlerischen Anspruch an seine eigene Arbeit. Dieser Anspruch
rückt seinen Namen, insbesondere bei Kennern des Genres, in die oberste Riege
der Hochzeitsfotografen in Europa oder gar weltweit. Seit er für seine Reportagen
auf spiegellose Systeme aus den Häusern Fuji und Leica vertraut, begleitet ihn
ein schlichter, natürlich schwarzer compagnon bei seinen Bookings. Heute gibt es
für euch die Chance, etwas mehr Licht auf „das Schwarzbild“ zu werfen:

 

compagnon der Inspiration“ – Teil 16

Marco Schwarz

Kurzportrait

Bei all der Konkurrenz, die es auf dem Markt für Hochzeitsreporter und Hochzeitsfotografen gibt, ist es umso erstaunlicher, wie weit Marco’s Ruf ihm vorauseilt. So verlangen auch Paare in den USA, Kanada, Cuba, Südafrika, China oder Libanon nach seinen Diensten. Da ist es natürlich verständlich, dass sich auch seine Workshops großer Nachfrage erfreuen. Schließlich ist er einer jener Fotografen, die man an ihrem charakteristischen Stil allein wiedererkennen kann. Wenn er nicht fotografiert macht er gern Krach mit der E-Gitarre. Heute hat er diese Gott sei Dank zuhause gelassen, bevor uns zur besten Mittagsstunde eine Unterlassungsklage ins Haus flattert.

 

compagnon: Hallo Marco, schön dass du bei uns bist. Wir sehen und kennen sehr viele Hochzeitsfotografen. Einen umfangreichen Leitfaden für das zukünftige Hochzeitspaar, wie man den richtigen Fotografen auswählt, kannten wir noch nicht. Was hat dich dazu gebracht, so etwas anzubieten?

Marco Schwarz: Ich bin ein Kerl. Und ich bin nicht so der Modekönig. Mir gefallen vielleicht Sachen, in denen ich in Wahrheit aussehe wie ein Hampelmann. Meine Frau sagt mir das. Also nicht welches Teil ich kaufen soll und welches nicht, aber was mir grundsätzlich steht und was eben nicht. Das ist eine Orientierungshilfe, die mir durch den Kalmottenjungel hilft ohne mir Details, wie Marken oder Stilrichtungen, zu diktieren. Ich dachte, dass etwas in der Art einem Brautpaar beim „ein mal im Leben“-Thema Hochzeitsfotograf helfen könnte. Daher ein, wie versprochen sehr objektiver, Artikel, der Orientierung gibt ohne Richtungen und Stile zu werten. Einfach finden was wirklich passt.

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compagnon: Das ist ein sehr guter Gedanke und wird sicherlich gern von deinen Kunden genutzt. Wenn wir die allgemeine Meinung zu dem hören wollten, was die Arbeit von Marco Schwarz ausmacht, würden wir sicher zahllose Stimmen von Fans oder gar anderen Fotografen finden, die sich für deinen Stil und deine Resultate aussprechen. Aber was sagst du selbst? Weshalb landen Paare, sogar aus Übersee, genau bei dir? Was erwarten sie von Marco Schwarz?

Marco Schwarz: Ich denke das liegt an meinem guten Aussehen und an meinem Charme [breites Grinsen]. Wenn du konsequent das verfolgst was du magst und was dir gefällt, hast du die Chance, dich im Laufe der Zeit in dem zu verbessern, was du liebst. Einfach weil dein Herz dafür schlägt. Ich mag kunstvolle Fotografie und echte Geschichten. Ich mag Dinge die schön sind und nicht nur schön erscheinen. Das sind meine fotografischen Ideale, denen ich permanent hinterherjage. Und je länger du ein Ziel verfolgst, umso mehr bekommst du ein Profil und dein Stil bildet sich heraus. Und wenn es dann noch jemanden gibt, dem das gefällt, dann ist alles gut.

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compagnon: Wo wir bei fotografischen Idealen sind: Man könnte ausdrucksstarke Schwarz-Weiß Bilder schon als eine Säule deines Stils sehen, so erscheint es uns. Auf deinen Workshops versuchst du ein Verständnis für gute SW Fotos zu schaffen. Wie kam es dazu? Was stimmt mit den monochromen Edits anderer Fotografen nicht?

Marco Schwarz: „Stimmt nicht“ kann man nicht sagen, alles ist immer irgendwie Geschmacksache. Ich hab mal ein Interview mit Richie Sambora, dem Ex-Bon Jovi Gitarristen gesehen. „Wenn du Gitarre spielst, muss dein Instrument schreien“. Das Wort „Scream“ gebrauchte er. Dieses Bild ist mir im Kopf geblieben. So möchte ich meine Fotos auch haben, nicht flau, lasch und langweilig, sondern saftig, lecker und …funky eben. Sorry für die verwirrenden Wortbilder, aber ihr wisst was ich meine. Wenn ich, um mal was technisches zu gebrauchen, nicht mit den Tonwerten aufpasse, gibt’s Bilder wie lauwarme Suppe. Ich will aber die Geschmacksexplosion, also muss die Würzmischung, die Bearbeitung, stimmen. Ausserdem erzählen SW Bilder ihre Geschichte ganz ohne Farbe. Nur mit Licht. So sind sie oft klarer in der Bildaussage. Daher muss man doppelt darauf achten, dass a) die Aussage stimmt und b) das Licht so durchs Bild führt, dass diese Aussage auch unterstrichen wird. Ein Bespiel: Szene, Sektempfang, viele Menschen. Im Gewimmel sitzen 2 Kids auf dem Boden und spielen zusammen. Das ist meine Geschichte. Da gehört Licht und somit der Fokus hin. So nehme ich das Bild dann auf und bearbeite es entsprechend. Genau so, dass dein Auge automatisch dort landet. Einem Bild nur die Farbe entziehen macht noch keine gute SW Fotografie aus.

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compagnon: Von dieser Aussage lässt sich viel lernen. Du bist erst kürzlich auf eine kompaktere Ausrüstung umgestiegen. Hat die Tatsache, dass dein Stil nun schon sehr gefestigt scheint, dir dabei geholfen die richtigen Teile zu wählen oder dich neu zu orientieren? Schließlich sollte man beim Kamerakauf genau wissen was man braucht & auch wirklich nutzt.

Marco Schwarz: Ich bin kein Nerd, der jedes technische Detail einer Kamera kennt und beachtet. Kameras sind Werkzeuge. Wenn sie ein paar Sachen können die mir wichtig sind, reicht mir das. Ich weiss nur das, was ich für meine Bilder brauche, und das ist nicht viel. Es ist wie bei Wanderfreaks. Erst ist der Rucksack voll mit allem Käse, irgendwann fangen sie an den Stiel der Zahnbürste (Stilfrage [zwinkernd]) abzusägen um Gewicht zu sparen. Ich brauche 2-3 Brennweiten und fertig. Ich hab keine Lust mehr auf diese riesigen 500kg Fotomonster.

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compagnon: Deshalb bist du nun ja auch mit dem medium messenger glücklich. Wenn du schon nur das Essentielle nutzt, kannst du dich bestimmt leicht in folgendes Szenario versetzen: Du begleitest eine Hochzeit, darfst aber nur eine Kamera, ein Objektiv und drei zusätzliche Dinge mitnehmen (Speicherkarten und Kameraakkus ausgenommen)?

Marco Schwarz: Die Leica Q mit dem 28mm schon drauf, Blitz, Macbook und Kaugummi.

compagnon: Das klang wirklich wie ein Kinderspiel. Warum gerade diese Kombi?

Marco Schwarz: Ohne Kamera dort aufzukreuzen wäre doof, Blitz für Abends wenn es nötig ist. Das Macbook zum sichern und zwischendurch sortieren. Und Kaugummi weil ich noch eine dritte Sache frei hatte… Hätte auch ein Pony sein können.

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compagnon: [Gelächter] Sehr gut. Bei dieser pragmatischen Herangehensweise kommt nun die obligatorische Wünsch-dir-was Frage. Du scheinst dir wenig aus Models und Requisiten zu machen. Aber dich frei austoben zu können ist doch sicher reizvoll. Geld spielt keine Rolle. Wie sieht dieses Shooting letztlich aus?

Marco Schwarz: Nö, natürlich finde ich toll ausgestattete Hochzeiten an Traum-Locations mit wunderschönen Menschen super. Wenn das alles Models sind, Daumen hoch. Aber ich würde keine Models engagieren wollen, um meine Website ausschließlich mit schönen Menschen zu füllen. Das ist keine Kunst, hat nix mit der Realität zu tun und sagt wenig bis nichts über die tatsächliche Qualität eines Hochzeitsfotografen. Aber zu dem Wünsch dir was Ding: Es gibt ein paar Länder, über die ich mich freuen würde: Indien fehlt mir zum Beispiel noch, das wäre bestimmt spannend. Aber ansonsten… bin ich wunschlos glücklich.

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compagnon: Wir würden gern wissen, ob du überhaupt noch abseits einer Hochzeit zu deiner Kamera greifst. Hast du noch an anderen Genres der Fotografie Freude?

Marco Schwarz: Das hätte ich gern, aber leider gibt es damit manchmal ein Zeitproblem. Ich nehme mir das immer vor. „Fotografier‘ mal wieder für dich“, aber das klappt letztlich dann oft doch nicht.

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compagnon: Irgendwie tragisch, wie ein Sternekoch der zuhause nur ein Fertiggericht aus der Dose löffelt. Viele Fotografen starten dieses Jahr neu in die Hochzeitsfotografie und sind womöglich unsicher, welche Herausforderungen sie erwarten. Was sagt deine Erfahrung? Welche Faktoren erschweren die Arbeit eines Fotografen auf einer Hochzeit? Vorhersehbar oder unvorhersehbar.

Marco Schwarz: Der wichtigste Wert ist Erfahrung. Allein schon, um in jeder Situation, auch den unvorhergesehenen, cool zu bleiben und professionell zu handeln. Und diese Erfahrung kannst du dir nicht kaufen, da gibt’s keine Workshops und keine Presets für. Das braucht Zeit und die sollte man sich nehmen. Man ist nicht von Null auf Hundert Hochzeitsfotografie-Superstar, zumindest vom Können her nicht. Wer das versteht, sich die Zeit und den Atem nimmt, dem Kunden nur das verkauft was er kann und etwas Kreativität einpackt, der wird seinen Weg machen.

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compagnon: Bessere Schlussworte hätten wir nicht finden können. Es hat uns viel Spaß gemacht, etwas Licht auf die Arbeit von Marco Schwarz und die Person hinter der Kamera zu bringen. Danke, dass du bei uns zu Gast warst und so offen über alles geplaudert hast. Wir wünschen wir weiterhin viel Erfolg mit deinem Traumjob Hochzeitsfotografie und deinen Workshops. Alles Gute und bis bald.

 

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Die Bilder in diesem Beitrag wurden uns von Marco Schwarz zur Verfügung gestellt.
Die Aufnahmen sind urheberrechtlich geschützt. Die alleinigen Rechte liegen bei Marco Schwarz und compagnon GbR.
Mehr von Marco auf Instagram und auf seiner Website

This interview is also available in a translated English version.